HOSPIZ-INITIATIVE SALZGITTER E.V.
Wenn Kinder trauern
Das Projekt „Kindertrauerarbeit“ der Hospiz-Initiative Salzgitter e.V.

Plötzlich ist alles anders, nichts ist mehr so, wie es früher war.
Ein geliebter Mensch ist gestorben.
Hilflos stehen Kinder dem Verlust gegenüber. Ihre Trauer beginnt und sie unterscheidet sich nicht von der Trauer von Jugendlichen und Erwachsenen. Allerdings ist das kindliche Erleben für Erwachsene, die vielleicht auch betroffen sind, oder für die Umwelt, wie Schulkameraden oder Freundeskreis, nicht immer erkennbar und nachvollziehbar. Das führt nicht selten zu Aggression, psychosomatischen Beschwerden, Einsamkeit und Isolation.
In ihrem Trauerprozess brauchen Kinder „handgreifliche“, sinnliche Erfahrungen wie Basteln, Spielen, Malen. Sie haben einen unmittelbaren Zugang zu intuitivem Wissen und spüren Dinge, die ihnen niemand gesagt hat. Ihnen stehen Bilder und Symbole zur Verfügung, die in der Erwachsenenwelt manchmal nur schwer erkennbar sind.
Bei dem Tod von Geschwistern brauchen sie Entlastung und auch die „Erlaubnis“, wieder fröhlich sein zu können. Und sie brauchen einen geschützten Raum, in dem sie ihre Gefühle ausdrücken und ausleben können und dadurch lernen, sie zu akzeptieren. Es bedarf daher einer besonderen Vorbereitung, um Kindern beizustehen bei der Bewältigung des Trauerprozesses.
Ausgebildete Trauerbegleiter wissen, dass Kinder in ihrer Trauer sehr sprunghaft sein können, dass Schweigen, sich zurückziehen, unbeschwert scheinendes Spielen und auch Lachen dazu gehören, sie erkennen ihre Symbole und ihre Symbolsprache.
Trauerarbeit oder Trauerbegleitung sind wichtige Bestandteile der Hospizarbeit. Es gehört zu ihrem Selbstverständnis und ihrem elementaren Grundprinzip, Hinterbliebenen auch nach dem Tod eines Angehörigen oder einer nahe stehenden Person Unterstützung anzubieten.
Die Hospiz-Initiative Salzgitter e.V. und ihr Hospizhaus tun dies, indem sie insgesamt drei Trauercafés, Einzelgespräche, Trauergruppen und Trauerseminare anbieten. Dieses Angebot wird von einer steigenden Zahl Betroffener angenommen und zeigt, wie notwendig und sinnvoll diese Begleitungen sind.
Kinder können nicht in die Trauergruppen von Erwachsenen integriert werden.
Eigene Erfahrung von in der Hospiz-Initiative und im Hospiz Tätigen aber auch Anfragen von Mitarbeitern aus Einrichtungen, denen trauernde Kinder begegnen, haben die Verantwortlichen in dem Bemühen bestärkt, nun auch ein Projekt für Kindertrauerarbeit zu beginnen. Der Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter, Frank Klingebiel, hat die Schirmherrschaft übernommen und in der einjährigen Vorbereitungszeit konnte dank großzügiger Spenden der finanzielle Grundstock für das Projekt gelegt werden.
Am ersten Oktober geht es nun los. Eine Sozialarbeiterin ist gefunden. Sie wird gemeinsam mit ehrenamtlich tätigen Begleiterinnen Netzwerke schaffen, dezentrale Angebote entwickeln und die Zusammenarbeit mit Einrichtungen und Institutionen aufbauen.
Sie wird auch einen Raum einrichten, der auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist. Hierzu gehören sowohl Möglichkeiten, sich in kreativer Gestaltung auszudrücken, als sich auch durch Kuschelecken oder „Höhlen“ Zonen der Geborgenheit zu schaffen, in denen Geschichten erzählt und Erinnerungen aufgearbeitet werden können. Gleichzeitig wird die Gelegenheit gegeben, Fröhlichkeit durch Bewegung und Toben auszudrücken.
Der Verein „Wir helfen Kindern“ hat uns in der Vergangenheit unterstützt und zugesagt, dies auch in Zukunft zu tun. Dafür danken wir und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.
HOSPIZ-INITIATIVE SALZGITTER E.V.
Marienbruchstraße 77
38226 SALZGITTER



